„Die Waffen nieder“!

Nadia, Nina und Zakhar aus Kiew, Alexander vom Volkssowjet der Donetzker Volksrepublik, Igor aus St. Petersburg und Boris aus Moskau haben wertvolle WSF-Zeit darauf verwendet, miteinander zu reden. Nadia, Nina, Zakhar und Igor hatten keine Probleme miteinander. Man kooperiert seit Jahren. Mit Boris haben sie auch über viele Jahre hinweg gut zusammengearbeitet, aber dann hatte er im letzten Sommer die Krimkonferenz organisiert und sie damit vor den Kopf gestoßen. Dem folgten nationalistische Äußerungen zum „Ukraine-Konflikt“, die in Hülle und Fülle nachlesbar sind. In Tunis wollte er die Auseinandersetzung dazu nicht führen und hat alle brüskiert. Sein Verhalten begründet er mit Alexanders. Dieser glaubt an das, was in der Vor-Perestroika-UdSSR die Lehrmeinung war. Weil er diese immer realisieren wollte, hat er „gesessen“ bzw. er war inhaftiert. Mit ganzer Kraft engagiert sich der gutmütige Kerl für die „Volksrepublik“. Seine Denk- und Handlungsweise werden durch Repressalien und menschenverachtende Politik seitens der Regierenden in Kiew nur bestärkt. Bis auf Boris verstehen das die anderen, aber können Alexander nicht folgen. Alexander versteht nur Russisch und ist sehr unsicher im Ausland. Nadia, Nina und Zakhar kümmern sich rührend um ihn. In der Diskussion beim Workshop fokussierten die Kiewer auf drei Schwerpunkte: auf erforderliche humanitäre Hilfe für die vom Krieg Betroffenen, vor allen für die in den Donetzker und Lugansker Republiken Leidenden (1), auf die Oligarchien, die den Krieg, den die Bevölkerung in den Konfliktregionen nicht versteht, verursacht haben (2), auf die Notwendigkeit, an gesellschaftspolitischen ReformAlternativen zu arbeiten (3). Die geopolitische Dimension haben sie noch ausgeblendet, aber das gemeinsame Papier der Kiewer mit Alexander ist eine Grundlage für die weitere Diskussion – auch mit den Linken aus anderen Ländern. Unser „Ukraine-WSF-Papier“ haben sie wie zuvor auch unser Memorandum aufgeschlossen auf- und als ein Diskussionsangebot angenommen.

Dass es zum Austausch in Tunis kommen konnte, ist wesentlich der solidarischen Finanzhilfe durch die GUE/NGL zu verdanken. Die Vorsitzende der linken Fraktion im Europäischen Parlament, Gabi Zimmer, hat am Ukraine-Workshop teilgenommen und viel Zeit für Gespräche mit ihren Gästen aus der Ukraine aufgebracht.

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  1. 3 Jahren ago
  2. 3 Jahren ago